Der Reformator Zwingli
Der Name "reformiert"
war ursprünglich keine Sonderbezeichnung für eine Kirche, sondern
umfasste die ganze Bewegung der Reformation von Lutheranern und Reformierten
bis ins 17. Jahrhundert hinein. Ursprünglich hiessen alle Kirchen der
Reformation "reformierte Kirchen". Der Begriff reformiert ist zum ersten
Mal geprägt worden für die Lutheraner in Frankreich im Unterschied
zu den Katholiken. Der Begriff "lutherisch" und der Begriff "reformiert"
waren also gleichbedeutend. Diese Sprachregelung galt bis zum Jahr 1577.
Dann entschlossen sich die Lutheraner, die sich der Lehre Martin Luthers
verpflichtet wussten, ihre Lehrstreitigkeiten, die sie damals untereinander
hatten, endgültig zu klären. Sie gaben ein Buch heraus, die sogenannte
Konkordienformel, eine Sammlung gültiger Bekenntnisse und verbindlicher
Leitsätze. Es wurde festgelegt, dass alle Evangelischen, die dieser
Konkordienformel zustimmten, sich "lutherisch" nennen sollten. Daraus folgte,
dass alle, die dieser Konkordienformel nicht zustimmten, die Bezeichnung
"reformiert" behielten.
Staatlicherseits wurden die "reformierten Kirchen" erst durch den westfälischen Frieden von Osnabrück im Jahre 1648 anerkannt; am Augsburger Religionsgespräch 1555 blieben die Reformierten aussen vor und waren bis 1648 rechtlose, todeswürdige Ketzer. Die Bezeichnung "reformiert" bezeichnete also zunächst die gesamte reformatorische Bewegung. Gemeint waren alle Kirchen, die sich an der Heiligen Schrift ausrichteten und aufgrund des Wortes Gottes sich zu erneuern begannen. Die Kirche, die durch Wort und Geist erneuert wird: Das ist die nach Gottes Wort reformierte Kirche. So wollten die Reformierten klarstellen, nach welchem Masstab sie die Kirche "re-formieren", "wieder in Form bringen" wollten: Nach dem Masstab, den Gott in seinem Wort gesetzt hat.
| Norbert Müller Pfarrer |
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